Ganz früher wurden Beziehungen aus strategischen Gründen eingegangen: um Familien zu vereinen, Gelder zu sicher, sonstige finanzielle Geschäfte zu tätigen. Auch später noch waren Beziehungen eher strategisch und gehörten wohl irgendwie auch zum guten Ton. Frauen waren Mütter, Familienfrau, der Mann sorgte für das Auskommen.
Die Frauen wurden im Zuge der Emanzipation immer selbständiger, die Familienmodelle sind längst überholt, denkt man. Ehen sind nur noch Kurzzeitprojekte, Partner werden auf Lebensabschnitte aufgeteilt. Wieso geht man heute überhaupt noch Beziehungen ein? Jeder trägt sich eh alleine. Ohne Mensch an der Seite ist man frei, kann tun und lassen, was man will. Kann flirten, den Stuhl kaufen, der einem gefällt. Die Ferien buchen, die man selber genau möchte. Hat seine Ruhe, wenn man sie will, hat Abwechslung, wenn man sie sucht. Wieso also eine Beziehung heutzutage? Der Ernährer ist überholt, den braucht man nicht mehr als Frau. Der Mann braucht keine Haushälterin mehr. Kinder wachsen eh oft in neumodischen Verhältnissen auf...
Wieso also? Statistisch ist erwiesen, dass Beziehungen öfter scheitern als halten, Ehen halten sich knapp die Waage. Und nicht alle Beziehungen sind glücklich, hört man so rum, hört man viel Geklage, Gejammere, Streitereien. Wieso tut man sich das an? Nur, um nicht alleine zu sein? Um der gesellschaftlichen Norm zu genügen, die den Menschen als Paarwesen sieht? Weil auf Einladungen steht "Partner mitbringen" und man nicht alleine gehen will, weil man dann so aussähe, als ob man keinen abkriegte? Um nicht Mutters Kommentar zu hören "Kind, wieso hast du nie eine Beziehung?"? Um nicht die mitleidigen Blicke der Pärchen zu ertragen und das Mitleidsprogramm geliefert zu kriegen? Um nicht dazustehen am Sonntag, wenn alle Händchen haltend am Ufer des Sees promenieren und man selber alleine lang geht, nicht mal nen Hund zum knutschen dabei hat?
Was, wenn man gerne alleine ist? Was, wenn man eh nicht an Einladungen gehen will? Was, wenn man keinen See hat, an dem man promenieren könnte? Was bliebe noch als Grund? Es muss einen geben, sonst strebten nicht alle nach Beziehungen. Klar sind die Glücksmomente zusammen schön. Klar die Ideale hoch. Die romantischen Filme im TV geben das ihre dazu. Doch schon Tucholski wusste, dass da, wo der Ärger anfängt, die Filme enden...
Also, ihr Leute da draussen, sagt es mir: wieso haben wir Menschen Beziehungen, wieso wollen wir diese haben?
Life of Cosima
Philosophy of life - life of Philosophy
Sonntag, 18. März 2012
Samstag, 17. März 2012
Wendepunkt ist jetzt
Es gibt immer wieder Momente im Leben, in denen man nicht zufrieden ist. Etwas läuft nicht, wie es soll, man hat sich vielleicht (zum wiederholten Male) nicht so verhalten, wie man es gerne täte. Man findet sich an einem Punkt im Leben, an dem man nicht sein möchte oder aber man hatte so viele Zielte, hat sie noch, und alle scheinen so weit entfernt. Oft hadern wir dann mit uns, mit dem Leben, mit dem Schicksal, mit den Menschen um uns, mit den Fehlentscheiden, die wir irgendwann mal trafen. Wir denken, was alles besser wäre, hätte man anders entschieden, hätte man ein Ziel schon erreicht, wäre etwas anders, als es gerade ist. Man denkt, stünde man an einem anderen Punkt im Leben als am genau aktuellen, wäre alles besser, schöner, glücklicher.
Was hilft einem das? Es ist, wie es ist. Der jetzige Moment ist genau der, welcher er ist. Und alles, was passiert ist, ist vorbei. Wir können es nicht ändern. Wir können keinen andern Mann heriaten, können die Torte nicht ungegessen machen, können alle Fehler nicht ungeschehen machen. Wir können Fehlentscheide nicht rückgängig machen und wir können auch die unglückliche Kindheit, die dominanten Eltern, die unfairen Lehrer nicht ausradieren. Alles war genau so, wie es eben war. Und liess uns an den Punkt kommen, an dem wir stehen. Je mehr Gewicht wir auf alles legen, was einmal war und nicht gut war, desto mehr Einfluss wird es auf unsere Gegenwart haben und auch unsere Zukunft prägen. All die negativen Energien, die wir einerseits aus den Fehlern unserer Vergangenheit ziehen, werden weiter wachsen, noch genährt durch die negativen Energien der gegenwärtigen Gedanken dazu. Die Spirale wird so nie aufhören, sie dreht und dreht in einem Fort - abwärts.
Was also können wir tun? Wir können zuerst einmal annehmen, dass es eben ist, wie es ist. Nur schon in dieser Akzeptanz des Seins werden wir eine erste Erleichterung erleben. Schauen wir hin und sagen uns: Genau so ist es. Und es ist, wie es ist. Ich kann es nicht ändern, ich nehme es an, wie es ist. Das ist, was im Moment ist. Und es ist, weil war, was war. Wenn wir das mal setzen lassen, bewusst, werden wir auch merken, wie etwas Ruhe zurück kehrt.
Diese Ruhe kann eine Basis schaffen, zu sehen, was wir uns wünschen für die Zukunft. Wo wollen wir hin? Was wollen wir in der Zukunft anders haben als es war? Was können wir tun? Der jetzige Moment, den wir annehmen in seinem Sosein kann der Wendepunkt sein im Leben. Wir können heute losgehen und das Leben so gestalten, wie wir es haben wollen. Bewusst. Im Wissen, es ist, wie es ist und es ist mein Leben. Was war, kann ich nicht mehr ändern, was sein wird, liegt in meiner Hand. Ich kann es unter das Licht der Vergangenheit stellen oder aber ich kann es aktiv angehen und meinen Weg so gehen, wie er für mich stimmt. Mit Zuversicht, mit Mut, mit Bewusstsein.
Wenn wir unseren Weg bewusst gehen, jeden Schritt bewusst gehen, werden die Fehler weniger werden. Weil viele unserer Fehler aus unbewussten Entscheidungen heraus resultierten. Wir taten Dinge aus Impulsen hinaus, aus kurzfristigen Emotionen heraus, ohne zu bedenken, was sie bedeuten. Und merkten im Nachhinein, dass wir sie besser unterlassen hätten. Wenn wir es schaffen, etwas mehr Bewusstsein in unser Leben zu integrieren, werden auch die Fehler weniger werden.
Und auch wenn wir wieder einmal in eine Falle tappen, uns wieder einmal an einem Ort vorfinden, an dem wir nicht sein wollen, ist das kein Untergang. Wir wissen dann: wir haben die Möglichkeit, das zu ändern. Denn auch dann ist wieder der Moment, an dem der Rest des Lebens anfängt und man einen Wendepunkt setzen kann.
Jeder Moment ist ein Neuanfang und kann den Rest deines Lebens in neue Bahnen bringen.
Was hilft einem das? Es ist, wie es ist. Der jetzige Moment ist genau der, welcher er ist. Und alles, was passiert ist, ist vorbei. Wir können es nicht ändern. Wir können keinen andern Mann heriaten, können die Torte nicht ungegessen machen, können alle Fehler nicht ungeschehen machen. Wir können Fehlentscheide nicht rückgängig machen und wir können auch die unglückliche Kindheit, die dominanten Eltern, die unfairen Lehrer nicht ausradieren. Alles war genau so, wie es eben war. Und liess uns an den Punkt kommen, an dem wir stehen. Je mehr Gewicht wir auf alles legen, was einmal war und nicht gut war, desto mehr Einfluss wird es auf unsere Gegenwart haben und auch unsere Zukunft prägen. All die negativen Energien, die wir einerseits aus den Fehlern unserer Vergangenheit ziehen, werden weiter wachsen, noch genährt durch die negativen Energien der gegenwärtigen Gedanken dazu. Die Spirale wird so nie aufhören, sie dreht und dreht in einem Fort - abwärts.
Was also können wir tun? Wir können zuerst einmal annehmen, dass es eben ist, wie es ist. Nur schon in dieser Akzeptanz des Seins werden wir eine erste Erleichterung erleben. Schauen wir hin und sagen uns: Genau so ist es. Und es ist, wie es ist. Ich kann es nicht ändern, ich nehme es an, wie es ist. Das ist, was im Moment ist. Und es ist, weil war, was war. Wenn wir das mal setzen lassen, bewusst, werden wir auch merken, wie etwas Ruhe zurück kehrt.
Diese Ruhe kann eine Basis schaffen, zu sehen, was wir uns wünschen für die Zukunft. Wo wollen wir hin? Was wollen wir in der Zukunft anders haben als es war? Was können wir tun? Der jetzige Moment, den wir annehmen in seinem Sosein kann der Wendepunkt sein im Leben. Wir können heute losgehen und das Leben so gestalten, wie wir es haben wollen. Bewusst. Im Wissen, es ist, wie es ist und es ist mein Leben. Was war, kann ich nicht mehr ändern, was sein wird, liegt in meiner Hand. Ich kann es unter das Licht der Vergangenheit stellen oder aber ich kann es aktiv angehen und meinen Weg so gehen, wie er für mich stimmt. Mit Zuversicht, mit Mut, mit Bewusstsein.
Wenn wir unseren Weg bewusst gehen, jeden Schritt bewusst gehen, werden die Fehler weniger werden. Weil viele unserer Fehler aus unbewussten Entscheidungen heraus resultierten. Wir taten Dinge aus Impulsen hinaus, aus kurzfristigen Emotionen heraus, ohne zu bedenken, was sie bedeuten. Und merkten im Nachhinein, dass wir sie besser unterlassen hätten. Wenn wir es schaffen, etwas mehr Bewusstsein in unser Leben zu integrieren, werden auch die Fehler weniger werden.
Und auch wenn wir wieder einmal in eine Falle tappen, uns wieder einmal an einem Ort vorfinden, an dem wir nicht sein wollen, ist das kein Untergang. Wir wissen dann: wir haben die Möglichkeit, das zu ändern. Denn auch dann ist wieder der Moment, an dem der Rest des Lebens anfängt und man einen Wendepunkt setzen kann.
Jeder Moment ist ein Neuanfang und kann den Rest deines Lebens in neue Bahnen bringen.
Dienstag, 13. März 2012
Alles Wurst
Wurst steigert die Sterblichkeit um 20%. Ich bin erstaunt. Ich dachte bislang, es gäbe zwei Dinge, die wir alle zu 100% müssen: sterben und Steuern zahlen. Das sagte schon Benjamin Franklin und ich hatte dem eigentlich bislang nichts entgegenzusetzen. Was nun?
Sterben wir durch Wurst zu 120%? Wie soll das gehen? Oder sterben grundsätzlich 20% nicht? Ist das überhaupt korrekt gerechnet? Wenn die Sterblichkeit zunimmt um 20%, dann müsste sie vorher bei maximal 80% gelegen haben, könnte aber auch tiefer liegen? Was passiert mit dem Rest? Wo ist der? Was, wenn ich mal Wurst ass, nun nicht mehr? Ist das besser, als wenn ich keine ass, nun beginne? Speichert sich die Sterblichkeit, überlebe ich zu 20% und nur 80% gehen ein? Welche 20% werden überleben? Oder ist das generell so gemeint, dass bei Nichtwurstessern nur 80% sterben, 20% überleben? Was machen die Füsse ohne Restmenschen? Kopflos durch die Gegend laufen? Davon gibt es ja schon genug Ganzmenschen - sind die Nurfussmenschen dann die Steigerung davon? Oder sind die heute kopflosen Menschen die nur 80% gestorbenen Menschen, der Körper hängt noch über den Füssen, wird getragen als quasi Abschluss, um die noch ganz lebenden Menschen nicht zu irritieren durch die vielen kopflosen Füsse?
Ein Wurstesser wäre da besser dran, der stürbe dann ja zu 100%. Der nähme Kopf und Füsse mit, es wäre eine Ganze Sache. Insofern ein Hoch auf die Wurstesser, sie erlösen die Welt von der ganzen Kopflosigkeit?
Fragen über Fragen. Ob wohl der Journalist des Artikels die Antworten kennt? Oder ob der auch nur kopflos daher schrieb? Was wäre er dann gewesen? Ein Nichtwurstesser, der nun kopflos ist? Ein ein kopfloser Ganzmensch? Vielleicht hätte der vor dem Schreiben einen Wurstsalat essen sollen? Wobei, dann hätte er gar nicht mehr geschrieben... Oder hat er zuviel Wurst gegessen und nun sind schon 20% vorausgegangen und leider grad der Kopf?
Fazit: Wenn sie wiedermal auf einen kopflosen Zeitgenossen treffen, denken sie daran, ihm milde zu begegnen, er kann nichts dafür, er hat schlicht und ergreifend keine Wurst gegessen. Oder zuviel. Oder er ist einfach so.
Sterben wir durch Wurst zu 120%? Wie soll das gehen? Oder sterben grundsätzlich 20% nicht? Ist das überhaupt korrekt gerechnet? Wenn die Sterblichkeit zunimmt um 20%, dann müsste sie vorher bei maximal 80% gelegen haben, könnte aber auch tiefer liegen? Was passiert mit dem Rest? Wo ist der? Was, wenn ich mal Wurst ass, nun nicht mehr? Ist das besser, als wenn ich keine ass, nun beginne? Speichert sich die Sterblichkeit, überlebe ich zu 20% und nur 80% gehen ein? Welche 20% werden überleben? Oder ist das generell so gemeint, dass bei Nichtwurstessern nur 80% sterben, 20% überleben? Was machen die Füsse ohne Restmenschen? Kopflos durch die Gegend laufen? Davon gibt es ja schon genug Ganzmenschen - sind die Nurfussmenschen dann die Steigerung davon? Oder sind die heute kopflosen Menschen die nur 80% gestorbenen Menschen, der Körper hängt noch über den Füssen, wird getragen als quasi Abschluss, um die noch ganz lebenden Menschen nicht zu irritieren durch die vielen kopflosen Füsse?
Ein Wurstesser wäre da besser dran, der stürbe dann ja zu 100%. Der nähme Kopf und Füsse mit, es wäre eine Ganze Sache. Insofern ein Hoch auf die Wurstesser, sie erlösen die Welt von der ganzen Kopflosigkeit?
Fragen über Fragen. Ob wohl der Journalist des Artikels die Antworten kennt? Oder ob der auch nur kopflos daher schrieb? Was wäre er dann gewesen? Ein Nichtwurstesser, der nun kopflos ist? Ein ein kopfloser Ganzmensch? Vielleicht hätte der vor dem Schreiben einen Wurstsalat essen sollen? Wobei, dann hätte er gar nicht mehr geschrieben... Oder hat er zuviel Wurst gegessen und nun sind schon 20% vorausgegangen und leider grad der Kopf?
Fazit: Wenn sie wiedermal auf einen kopflosen Zeitgenossen treffen, denken sie daran, ihm milde zu begegnen, er kann nichts dafür, er hat schlicht und ergreifend keine Wurst gegessen. Oder zuviel. Oder er ist einfach so.
Samstag, 10. März 2012
?
Worauf baut man,
wenn die Erde wackelt?
Worauf zählt man,
wenn die Finger ausgehen?
Wohin geht man,
wenn die Wege enden?
Was weiss man,
wenn das Hirn leer ist?
Wie tief fällt man,
wenn der Boden aufgeht?
Wann verwelkt man,
wenn das Wasser fehlt?
Woran glaubt man,
wenn die Hoffnung stirbt?
Wonach strebt man,
wenn die Ziele schwinden?
Wie lang lebt man,
wenn das Herz erstarrt?
wenn die Erde wackelt?
Worauf zählt man,
wenn die Finger ausgehen?
Wohin geht man,
wenn die Wege enden?
Was weiss man,
wenn das Hirn leer ist?
Wie tief fällt man,
wenn der Boden aufgeht?
Wann verwelkt man,
wenn das Wasser fehlt?
Woran glaubt man,
wenn die Hoffnung stirbt?
Wonach strebt man,
wenn die Ziele schwinden?
Wie lang lebt man,
wenn das Herz erstarrt?
Freitag, 9. März 2012
Freiheit
Bin ich ein Vogel,
lass mich fliegen,
bis hoch in alle Lüfte.
Bin ich ein Pferd,
lass mich rennen,
über Wiesen und Felder.
Bin ich ein Fisch,
lass mich abtauchen,
in die Tiefen des Meeres.
Bin ich ein Schwan,
lass mich schwimmen,
auf den offenen See hinaus.
Bin ich eine Maulwurf,
lass mich eingraben,
tief in die Erde hinein.
Bin ich ich,
lass mich ziehen,
in die Weite des Lebens.
Gehöre ich zu dir,
komme ich zurück,
wann immer ich will.
lass mich fliegen,
bis hoch in alle Lüfte.
Bin ich ein Pferd,
lass mich rennen,
über Wiesen und Felder.
Bin ich ein Fisch,
lass mich abtauchen,
in die Tiefen des Meeres.
Bin ich ein Schwan,
lass mich schwimmen,
auf den offenen See hinaus.
Bin ich eine Maulwurf,
lass mich eingraben,
tief in die Erde hinein.
Bin ich ich,
lass mich ziehen,
in die Weite des Lebens.
Gehöre ich zu dir,
komme ich zurück,
wann immer ich will.
Von Urteilen und Selbstsicht
Anusara Gründer John Friend steht unter Beschuss. Er soll Verhältnisse mit verheirateten Frauen gehabt haben. Dazu noch ein paar andere Vorwürfe, welche alle nicht belegt sind, nur ins Betz gestellt, öffentlich gemacht, um den Yogi zu diffamieren, blosszustellen. Und die Menschen reagieren prompt und distanzieren sich, sind empört, verstehen die (Yoga-)Welt nicht mehr. Über Jahre war er der umschwärmte, der verehrte, der grosse Yogalehrer, welcher ein wirklich durchdachtes, Herz öffnendes und gesundes Yogasystem begründet hatte und nun mit viel Humor, Wissen, Charme und wirtschaftlichem Denken vertrieb. Der Sockel wurde immer höher, der jähe Fall für alle Seiten umso härter.
Die Frage, die sich stellt, ist: Was ist so schlimm daran? Sind wir wirklich der Meinung, wer Yoga macht, ist von allen Lastern frei, ist unfehlbar und ein Mensch, der nur noch auf tugendhaften Pfaden wandelt? Haben wir selber keine dunklen Seiten mehr, keine Wut, keine Gier, keine Eifersucht, keine negativen Gefühle und kein Verlangen nach Dingen, die wir besser nicht hätten? Yoga als Radiergummi für unsere Schatten? Gehören die nicht genau so zu uns wie die guten Seiten? Geht es nicht einfach darum, mit unseren Schatten umgehen zu lernen?
Keiner sagt, es sei gut, was er tat (sofern er alles tat, was ihm vorgeworfen wurde). Beziehungen, die andere Beziehungen stören, sind nie schön und ich bin die letzte, die diese toll findet. Nur: wer sind wir, über ihn zu richten? Und was hat das mit seinem Yoga zu tun? Ist er nun der schlechtere Mensch als vorher, als er noch auf dem von vielen gebauten Sockel stand? Ist Anusara nun weniger wert? Wo sehen wir uns bedroht, dass wir ihn stürzen müssen - in unseren Köpfen und im Yogaleben? John Friend ist zurückgetreten von seinen Ämtern, geht in sich und will geläutert wieder raus kommen. Er will aus seinen Fehlern lernen und steht dazu, welche gemacht zu haben. Grossartig. Was kann er mehr tun? Was ist nun unser Zutun zu der Sache?
Vielleicht haben wir mitgebastelt an dem Fall, indem wir den Sockel überhaupt bildeten? Wie oft stellen wir Menschen auf Podeste, erachten sie höher, schauen zu ihnen auf und ermöglichen ihnen so erst den Fall. Auf dieser erhöhten Position sind sie unter ständiger Beobachtung, was einen Druck erzeugt. Druck erzeugt auch Gegendruck. Zudem ist die Aussicht besser und man sieht viele Versuchungen deutlicher, die man unten im Feld der anderen gar nicht wahrgenommen hätte und vielleicht auch nicht gehabt hätte? Wie manche Frau fand es nicht toll, den berühtmen John Friend als Verehrer zu haben? Wäre er nur irgendwer gewesen, wären sicher ein paar der Verfehlungen weggefallen. Ist nun nur er schuld? Weil er schlicht mehr Gelegenheiten hatte? Hätten alle, die nun ausrufen, diesen allen widerstanden? Es richtet sich gut aus dem ruhigen Sofa, das keine Versuchung ausstrahlt ausser der des eigenen Müssiggangs, welchen niemand richtet, da ihn niemand sieht.
Vielleicht sind solche Situationen auch immer gut, die eigene Position zu überdenken. Hinzuschauen, wieso sie einen so erschüttern, hinzuschauen, wieso man überhaupt solche Sockel baute. Und hinzuschauen, wie man mit Urteilen und Verurteilungen nicht zurückhält.
Jesus sprach gut, als er sagte, dass wer ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen soll. Wir alle haben unsere dunklen Seiten, wir alle sind nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Wir alle hätten wohl noch viel mehr davon, hätten wir mehr Gelegenheit dazu. Daher wohl auch der Spruch "und führe mich nicht in Versuchung", denn wir wüssten nicht, ob wir ihr widerstehen könnten. Diese Aussprüche sind so tief, so wahr, gehen über die Grenzen der sie beinhaltenden Religion hinaus, so dass sie in meinen Augen viel aufzeigen. Darum stehen sie da. Und ab und an hilft es vielleicht, wenn wir wieder dabei sind, ein Urteil über jemanden zu fällen, kurz innezuhalten und zu sehen, woher unser Urteil kommt, ob es angebracht ist und wem es etwas bringt.
Ich sage nicht, man soll jedem seine Fehler durchgehen lassen. Aber oft hilft ein liebevolles Begleiten aus den Fehlern mehr als ein hartes Veruruteilen. Einem selber und dem andern.
Die Frage, die sich stellt, ist: Was ist so schlimm daran? Sind wir wirklich der Meinung, wer Yoga macht, ist von allen Lastern frei, ist unfehlbar und ein Mensch, der nur noch auf tugendhaften Pfaden wandelt? Haben wir selber keine dunklen Seiten mehr, keine Wut, keine Gier, keine Eifersucht, keine negativen Gefühle und kein Verlangen nach Dingen, die wir besser nicht hätten? Yoga als Radiergummi für unsere Schatten? Gehören die nicht genau so zu uns wie die guten Seiten? Geht es nicht einfach darum, mit unseren Schatten umgehen zu lernen?
Keiner sagt, es sei gut, was er tat (sofern er alles tat, was ihm vorgeworfen wurde). Beziehungen, die andere Beziehungen stören, sind nie schön und ich bin die letzte, die diese toll findet. Nur: wer sind wir, über ihn zu richten? Und was hat das mit seinem Yoga zu tun? Ist er nun der schlechtere Mensch als vorher, als er noch auf dem von vielen gebauten Sockel stand? Ist Anusara nun weniger wert? Wo sehen wir uns bedroht, dass wir ihn stürzen müssen - in unseren Köpfen und im Yogaleben? John Friend ist zurückgetreten von seinen Ämtern, geht in sich und will geläutert wieder raus kommen. Er will aus seinen Fehlern lernen und steht dazu, welche gemacht zu haben. Grossartig. Was kann er mehr tun? Was ist nun unser Zutun zu der Sache?
Vielleicht haben wir mitgebastelt an dem Fall, indem wir den Sockel überhaupt bildeten? Wie oft stellen wir Menschen auf Podeste, erachten sie höher, schauen zu ihnen auf und ermöglichen ihnen so erst den Fall. Auf dieser erhöhten Position sind sie unter ständiger Beobachtung, was einen Druck erzeugt. Druck erzeugt auch Gegendruck. Zudem ist die Aussicht besser und man sieht viele Versuchungen deutlicher, die man unten im Feld der anderen gar nicht wahrgenommen hätte und vielleicht auch nicht gehabt hätte? Wie manche Frau fand es nicht toll, den berühtmen John Friend als Verehrer zu haben? Wäre er nur irgendwer gewesen, wären sicher ein paar der Verfehlungen weggefallen. Ist nun nur er schuld? Weil er schlicht mehr Gelegenheiten hatte? Hätten alle, die nun ausrufen, diesen allen widerstanden? Es richtet sich gut aus dem ruhigen Sofa, das keine Versuchung ausstrahlt ausser der des eigenen Müssiggangs, welchen niemand richtet, da ihn niemand sieht.
Vielleicht sind solche Situationen auch immer gut, die eigene Position zu überdenken. Hinzuschauen, wieso sie einen so erschüttern, hinzuschauen, wieso man überhaupt solche Sockel baute. Und hinzuschauen, wie man mit Urteilen und Verurteilungen nicht zurückhält.
Jesus sprach gut, als er sagte, dass wer ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen soll. Wir alle haben unsere dunklen Seiten, wir alle sind nicht immer über jeden Zweifel erhaben. Wir alle hätten wohl noch viel mehr davon, hätten wir mehr Gelegenheit dazu. Daher wohl auch der Spruch "und führe mich nicht in Versuchung", denn wir wüssten nicht, ob wir ihr widerstehen könnten. Diese Aussprüche sind so tief, so wahr, gehen über die Grenzen der sie beinhaltenden Religion hinaus, so dass sie in meinen Augen viel aufzeigen. Darum stehen sie da. Und ab und an hilft es vielleicht, wenn wir wieder dabei sind, ein Urteil über jemanden zu fällen, kurz innezuhalten und zu sehen, woher unser Urteil kommt, ob es angebracht ist und wem es etwas bringt.
Ich sage nicht, man soll jedem seine Fehler durchgehen lassen. Aber oft hilft ein liebevolles Begleiten aus den Fehlern mehr als ein hartes Veruruteilen. Einem selber und dem andern.
Mittwoch, 7. März 2012
Von Herzenswegen und Engeln
Heute kriegte ich ein Angebot. Eines, über welches ich mich vor ein paar Jahren unsinnig gefreut hätte, weil es genau das war, wovon ich damals träumte. Damals wollte es nie klappen, ich suchte, wurde ab und an fündig, doch geklappt hat es nie. Über all die Jahre blieb das Ganze als unerfüllter Traum im Kopf. Ich habe unterzwischen neue Wege eingeschlagen, mich anders entwickelt, neue Träume geträumt und ins Leben geholt. Doch der eine - das war das, was ich ja eigentlich gewollt hatte.
Und heute war also der Tag: sie können es haben, hiess es. Und da stand ich nun. Freute ich mich? Mässig. Weil: mit dem Traum wäre das Aufgeben des aktuell gelebten Traumes einhergegangen. Und doch war ich im Geiste immer noch dem alten Traum nachgehangen, hatte ihn als den unerreichbaren, aber so sehr gewollten gesehen. Und nun stand ich da und wusste nicht, wie mir geschah. In mir drehten die Gedanken im Kreise: Soll ich, soll ich nicht? Müsste ich nicht fast? Kann ich sagen, ich will nicht mehr? Nachdem ich doch so lange gewollt hatte? Was aber würde mit meinem aktuellen Leben? Ich müsste alles umkrempeln. Mich von allem verabschieden, was mir teuer war. Zelte abbrechen, neu aufschlagen. Und so ganz war der Traum auch nicht mehr Traum, sondern eher aus der Notwendigkeit gewünscht. Aber als solche doch gut. Und vor allem eine "normalere" Schiene als mein aktuell gelebtes Leben, das wirklich Herzensweg, als solcher aber steinig, selbst gebastelt, aber umso inniger geliebt ist.
Manchmal ändern sich Träume. Was früher mal hoch stand, tut es heute nicht mehr. Und manchmal merken wir gar nicht, dass sich vieles geändert hat, wir hängen den alten Träumen fast aus Gewohnheit noch nach. Wir sehen sehnsüchtig hin und denken: ja, das hätte ich auch gewollt, aber ich konnte nicht. Und merken nicht mal, dass wir gar nicht mehr wollten. Weil wir weiter gingen. Wobei weiter nicht heisst, dass es nun besser ist, aber anders. Weiter weg vom Traum eben, hin zu einem neuen. Schön, wenn das Leben ab und an die Zügel in die Hand nimmt und einem aufzeigt, wo man alten Träumen nachhängt, ganz zu unrecht. Schön auch, dass man dann bewusst sieht, was einem aktuell am Herzen liegt. Was wirklich Herzensweg ist. Und nur diese Wege sind die, welche ins Glück führen. Man mus nur an sie glauben und sie gehen.
Das wurde mir heute mal wieder so richtig deutlich bewusst. Ab und an ist es gut, von aussen einen Stoss zu kriegen, um wieder mal hinzuschauen. Oft plätschert das Leben dahin, wir gehen es, leben es, aber sehen nicht hin. Wenn einem dann die Augen geöffnet werden, tun sich oft Welten auf. Somit danke ich den Augenöffnern von heute, danke den Zuhörern und Ratgebern und danke "meinem Engel", der mich ermuntert hat, meinem Herzen weiter zu folgen.
Solche Situationen nagen immer stark an mir. Ich bin gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, oft zwischen Herz und Verstand. Da mein Verstand nicht wirklich schnell klein bei gibt, das Herz aber auch nicht leicht überhört werden kann, gibt das ein ziemliches Hin und Her. Was ich aber wieder einmal gemerkt habe:
Oft sind es die schwierigen Zeiten, die einem den besten Proviant fürs Leben mit auf die Reise geben.
Und heute war also der Tag: sie können es haben, hiess es. Und da stand ich nun. Freute ich mich? Mässig. Weil: mit dem Traum wäre das Aufgeben des aktuell gelebten Traumes einhergegangen. Und doch war ich im Geiste immer noch dem alten Traum nachgehangen, hatte ihn als den unerreichbaren, aber so sehr gewollten gesehen. Und nun stand ich da und wusste nicht, wie mir geschah. In mir drehten die Gedanken im Kreise: Soll ich, soll ich nicht? Müsste ich nicht fast? Kann ich sagen, ich will nicht mehr? Nachdem ich doch so lange gewollt hatte? Was aber würde mit meinem aktuellen Leben? Ich müsste alles umkrempeln. Mich von allem verabschieden, was mir teuer war. Zelte abbrechen, neu aufschlagen. Und so ganz war der Traum auch nicht mehr Traum, sondern eher aus der Notwendigkeit gewünscht. Aber als solche doch gut. Und vor allem eine "normalere" Schiene als mein aktuell gelebtes Leben, das wirklich Herzensweg, als solcher aber steinig, selbst gebastelt, aber umso inniger geliebt ist.
Manchmal ändern sich Träume. Was früher mal hoch stand, tut es heute nicht mehr. Und manchmal merken wir gar nicht, dass sich vieles geändert hat, wir hängen den alten Träumen fast aus Gewohnheit noch nach. Wir sehen sehnsüchtig hin und denken: ja, das hätte ich auch gewollt, aber ich konnte nicht. Und merken nicht mal, dass wir gar nicht mehr wollten. Weil wir weiter gingen. Wobei weiter nicht heisst, dass es nun besser ist, aber anders. Weiter weg vom Traum eben, hin zu einem neuen. Schön, wenn das Leben ab und an die Zügel in die Hand nimmt und einem aufzeigt, wo man alten Träumen nachhängt, ganz zu unrecht. Schön auch, dass man dann bewusst sieht, was einem aktuell am Herzen liegt. Was wirklich Herzensweg ist. Und nur diese Wege sind die, welche ins Glück führen. Man mus nur an sie glauben und sie gehen.
Das wurde mir heute mal wieder so richtig deutlich bewusst. Ab und an ist es gut, von aussen einen Stoss zu kriegen, um wieder mal hinzuschauen. Oft plätschert das Leben dahin, wir gehen es, leben es, aber sehen nicht hin. Wenn einem dann die Augen geöffnet werden, tun sich oft Welten auf. Somit danke ich den Augenöffnern von heute, danke den Zuhörern und Ratgebern und danke "meinem Engel", der mich ermuntert hat, meinem Herzen weiter zu folgen.
Solche Situationen nagen immer stark an mir. Ich bin gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, oft zwischen Herz und Verstand. Da mein Verstand nicht wirklich schnell klein bei gibt, das Herz aber auch nicht leicht überhört werden kann, gibt das ein ziemliches Hin und Her. Was ich aber wieder einmal gemerkt habe:
Oft sind es die schwierigen Zeiten, die einem den besten Proviant fürs Leben mit auf die Reise geben.
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